Facebook Places vorgestellt

Mark Zuckerberg kündigte soeben das Release von Facebook Places an. Seit Monaten habe man daran gearbeitet und getestet und nun ist es soweit. Heute Nacht wird eine neue iPhone App veröffentlicht welche Facebook Places unterstützt und ebenfalls das beliebte „Tagging“, welches es ermöglicht ganze Geschichten zu verfassen und zu teilen, indem man seine Freunde in seine Statusupdates einbezieht/tagt. Leider wird Places vorerst nur in den USA und auf dem iPhone unterstützt, man wolle dies aber zugig ändern und in anderen Ländern und auf anderen Plattformen anbieten.

Zudem sprach Zuckerberg davon das weitere Produkte von Facebook geplant sind.

Was ist Facebook Places?

Facebook Places ist ein Location Based Service (LBS) und besteht aus drei wesentlichen Bestandteilen:

  1. Zeige mir wo ich mich befinde
  2. Zeige mir welche Freunde in der Nähe sind
  3. Entdecke neue Plätze indem du siehst was um dich herum ist und was deine Freunde so besuchen

Das ganze soll ganz einfach funktionieren:
1. man geht auf touch.facebook.com
2. man klickt auf Check-In
3. Nun werden einem einige Plätze die um einen herum sind angezeigt und man muss sich aussuchen beiwelchem man sich gerade befindet
4. Falls dieser noch nicht vorhanden ist, kann man ihn suchen oder selbst hinzufügen.

Ein Werbevideo ist auch schon fertig. Ich werde den Link hier hinzufügen sobald es irgendwo verfügbar ist.

Places sind neue Seiten auf Facebook welche von den Usern erstellt werden müssen. Sollte man also der erste sein der sich bei Starbucks eincheckt, kann er eine Seite erstellen. Starbucks kann aber den „Is this your business?“ –Link nutzen und die Seite für sich verifizieren lassen – diese wird dann zu einer Business-Page.

Schön ist, dass man Plätze dokumentieren und kommentieren kann. Dies kann über die verschiedenen Partnerschaften die man eingegangen ist passieren oder über Facebook Places selber.

Privatsphäre:

Die Privatphäre-Einstellungen sind standardmäßig auf “Friends only” gesetzt, so das nur Freunde sehen können wo man sich zur Zeit befindet. Dies ist aber änderbar. Jeder hat volle Kontrolle, wer einen sehen darf und wer nicht. Es ist also frei konfigurierbar. Check-Ins lassen sich nachträglich jederzeit entfernen.
Nur Freunde können getagged werden. Freunde können nur während des eincheckens getagged werden und man wird benachrichtigt wenn man getagged wurde. Ebenfalls lassen sich Tags jederzeit entfernen.

Facebook schloss Partnerschaften mit Gowalla, Foursquare, Boyaahs InCrowd, Yelp und alle diese Dienste sollen dafür sorgen, dass man seine besuchten Orte mit Erinnerungen und Erlebnissen  füllen und auf diese noch Jahre später zurückgreifen kann. Schön ist auch, dass man sehen kann was ein Freund „hier“ vor x Monaten erlebt hat.

Und was passiert mit den Plätzen die es mal gab und nun nicht mehr gibt? Diese werden natürlich nicht entfernt – die Erinnerungen sollen erhalten bleiben, dafür wird gesorgt.

Ebenfalls wird morgen die API für alle öffentlich gemacht:
Facebook Places API

Welche Rolle Gowalla bei dem Ganzen spielt, sieht man auf dem Screen welchen Scott Raynolds (Co-Founder und CTO von Gowalla) bei seiner Präsentation einblendete:

Meine Meinung zu dem Ganzen ist etwas kritisch.
Einerseits wird es sicherlich “der BOOM” für LBS sein, jedoch habe ich wie in einem meiner letzten Posts, die bedenken, das wir hier in Deutschland noch nicht bereit dafür sind. Zuviele negative Nebenwirkungen. Sei es aufgrund fehlender Auseinandersetzung mit den Einstellungen oder mit vielen schlechten Erfahrungen die man damit machen könnte. Ich denke man kann mit sowas leichter in eine Falle tappen als man denkt.

Dennoch batrachte ich das Ganze erst einmal als spannende und tolle Sache. Es hat sicherlich auch viele Vorteile. Man hat vielleicht Leute im Umfeld die man seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen hat. Man teilt Erinnerungen mit Freunden noch Monate später(was sowohl positive als auch negative sein können) und die Privatsphäre-Einstellungen sind standartmäßig auf  “nur Freunde” gesetzt, was zumindestens den Laien schon einmal vor mehr oder minder unbefugtem öffentlichen Zugriff durch die API schützt.

Weiteres dazu gibt es sicher in nächster Zeit, ich bin gespannt wie die Deutschen mit dieser Option, Möglichkeit, Chance(?) umgehen wird.

Was meint Ihr dazu?