Location Based Services: Blinddates waren gestern – um die Ecke stehen und beobachten aber auch!

Location Based Services wie Foursquare und Gowalla haben ein großes Problem. Sie sind zu früh da.

Die Technik ist zu langsam und der Mensch, vor allem in Deutschland, noch nicht offen genug für so viel Informationsfreigabe. Auch wenn der Datenexhibitionismus der Menschen stark ansteigt, preiszugeben wo man sich gerade befindet, nimmt einem das Gefühl der Sicherheit.

Der Alltag wird von Terminen bestimmt. Jeder dieser Termine erfüllt seinen Zweck. Sei es die Pflege von Kontakten, berufliches Treffen, ein festgelegtes Telefonat oder der Gang ins Fitnessstudio, der User weiß wo er sich befindet, er weiß mit wem er wo ist, was ihn erwartet und selbst wenn er es nicht wüsste, wäre ihm unterbewusst klar, auf wen er im Fitnessstudio noch treffen könnte.

Bei einem LBS weiß er allerdings nicht wem er gerade seine Ortungsdaten gegeben hat. Probleme mit Datenschutz und Privatsphäre hat man doch schon Facebook und Google, wie soll das bei unseren Location Based Services ablaufen, wenn der erste Politiker davon erfährt (Das Social Media -Bewusstsein unserer Politiker lässt zu wünschen übrig)? Man wird auf Gefahren hinweisen. LBS werden ab 18 sein, denn Hilfe – was könnte nicht alles passieren bei so viel Triebtätern im Netz. „Sie war jung, 16 und er ortete sie per Foursquare“.

Blinddates waren gestern – um die Ecke stehen und beobachten aber auch!

Ich möchte nicht dass jeder sieht wo ich bin, deshalb werde ich LBS nicht nutzen

Den Leuten wird die Sicherheit genommen. Man gibt anderen Menschen die Möglichkeit den kompletten Alltag zu verfolgen, das Verhalten zu analysieren – Verfolgungswahn.
Die Nutzer die der App nicht vertrauen, werden sie deinstallieren aus Angst, es könnte noch im Hintergrund laufen – man weiß ja nie.
Was für Vorraussetzungen muss ein Location Based Service mit sich bringen?

– Geschwindigkeit
Serverüberlastung kann man sich hier nicht erlauben, bei der langsamen Verbindung raubt jede Sekunde mehr die Nerven des Nutzers.

– Sicherheit
Sicherheitslücken in Systemen wie diesen sind fatal – nicht nur für die Nutzer, vor allem für das Unternehmen selbst. Mit der Lokalisierung meiner Person bin ich nackt!

– Verschwiegenheit
Ein Handel mit Nutzerdaten wie es bei Facebook und einigen anderen angenommen wird ist hier absolut fehl am Platz. Die Nutzer haben Angst und sind misstrauisch. Hier gilt es sehr wahrscheinlich auf das Geld zu verzichten und die Geheimhaltung der Daten zu garantieren.

– Einstellungen müssen in den Vordergrund gestellt werden. / Transparenz
Sie dürfen nicht unter „Mein Profil“-> „Wer darf mich sehen“ zu finden sein, sie müssen direkt auf dem Startbildschirm vorhanden sein. Der Nutzer möchte jederzeit, umgehend das Gefühl der Sicherheit bekommen. Es wird wie der Blick in den Kühlschrank jederzeit stattfinden. Im Rahmen der Selbstdarstellung im Internet findet ein unterbewusstes präsentieren statt und es wird das ständige Bedürfnis da sein zu kontrollieren, wer mich gerade sehen könnte.
Ich muss eingrenzen können wer mich sieht.
Ich muss Lokalisierung für Freunde ausstellen können.
Da die Menschen unselbstständig und nicht affin sind, muss ich auf diese Möglichkeit hingewiesen werden!

Wann es soweit ist, lässt sich schwer sagen. Ich denke 3, 4 bis 5 Jahre werden vergehen bis die Ersten damit gutes Geld verdienen können.

Ein trauriges Urteil zu diesem, meiner Ansicht nach – Fortschritt. Die Verläge der Reiseführer, Städte-Guidelines sollten sich jedoch trotzdem warm anziehen. Meine erste Aussage über Location Based Services war: sie sind zu früh! Zeiten ändern sich und gerade im Social Media Bereich fast täglich. Solange genügend Sponsoren vorhanden sind, sind diese Projekte gar kein Problem, ich denke sogar, wer heute den ersten Schritt wagt, ist der Riese von Morgen. Das Potential, sowohl an Vorteil für den Nutzer als auch Marketingtechnisch ist enorm!